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Sonntag, 21. April 2013

"Zurück zum Sonntagsbraten" oder der gute Omnivore

Hallo Allerseits,

erstmal noch eine kleine Entschuldigung für die eher holprig erscheinenden Einträge, aber zur Zeit läuft es nicht immer so gut und der Blog ist dann leider jene Aktivität, die als erstes vernachlässigt wird.

Nun aber zum Thema: Ich esse Fleisch. Ich esse es sogar sehr gerne. So gerne, dass ich es am liebsten morgens, mittags und abends essen würde. Ich mag mein Fleisch auch sehr gerne in seiner natürlichen Form und als solches identifizierbar, also ein blutiges Steak oder einen Gänsebraten. Allerdings wurde auch ich mit einem Gewissen und einem funktionierendem Verstand geboren. Mir ist deshalb klar, dass Fleisch offensichtlich nicht an einem Busch oder Baum wächst, sondern dass ein Lebewesen sterben muss, damit ich sein Fleisch essen kann. Das finde ich auch okay. Ich bin dem Tier dankbar, auch wenn ich diese Dankbarkeit nicht so zelebriere wie ein Indianerstamm, über den mich V. aufgeklärt hat.
Wenn nun ein anderes Tier für mich stirbt, sollte es in meinen Augen auch verhältnismäßig gut behandelt werden, sofern das mit der Aussicht auf den sicheren Tod möglich ist. Ich rede jetzt von Pflege, Nahrung und Lebensraum. Es ist ein Fakt, dass teures Fleisch von einem Tier, das zu Lebzeiten ordentlich versorgt wurde, bedeutend besser schmeckt und gesünder ist. Wie gerade erwähnt ist solches Fleisch teurer, so kostet eine ordentliche Weihnachtsgans dann auch gerne mal 100 €, aber ich denke eine solche Zahlungsbereitschaft sollte man auch haben. Die inflationäre Vernichtung von Fleisch, die mancher noch "essen" nennt, ist bisweilen erschreckend, besonders unter der Prämisse der immer niedrigeren Preise. Es gibt in meinen Augen zwei Dinge zu bedenken:
  1. Um ein Kilogramm Fleisch zu produzieren, wird das Dreifache an Nahrung bei Fütterung verbraucht, weshalb schon hier eine Rechtfertigung steckt, warum man problemlos dreimal soviel zahlen sollte, wie für die gleiche Masse anderer Nahrungsmittel (und das würde ja nur die Fütterung decken).
  2. Nach der Nahrung muss das Tier ja nun auch untergebracht und irgendwann geschlachtet und dann auch noch transportiert werden, was alles Geld kostet, besonders wenn das Tier auch mal etwas Sonne sehen und vielleicht nicht gestapelt schlafen soll.
Es ist leider genauso klar, dass eine effiziente Fleischproduktion mit Dumpingpreisen für das Endprodukt unumgänglich ist, wenn jeder jeden Tag wenigstens zu zwei Mahlzeiten Fleisch konsumieren will und das tun die meisten, denn ja auch die Wurst auf der Stulle hat mal gelebt.
Ich glaube nicht, dass Vegetarismus die einzige Lösung ist und ich weigere mich zu glauben, dass man nur mit solch extremen Einstellungen Signale geben kann. Tatsächlich würde ich lieber das altbewährte Modell des Sonntagsbratens wieder sehen, nach dem es nur zwei- bis dreimal die Woche Fleisch gibt, welches dann auch von entsprechender Qualität ist. Die Kosten würden sich im Grunde kaum ändern, denn man würde ja weniger essen, aber dieses Wenige ist entsprechend teurer, allerdings auch besser.
Worauf ich hinaus will ist, dass man eine neue alte Einstellung zu Fleisch haben sollte, allerdings nicht einfach, weil man es sich nicht leisten könnte, sondern aus purer Vernunft und Gewissen.
Bevor ich mich an diesem Punkt allzu sehr aufhänge noch eine andere Sache:
Ich möchte mit all dem nicht den Vegetarismus als Lösung vorschlagen, sondern nur dazu aufrufen ein Bewusstsein dafür zu entwickeln was und wen man isst und wie das Fleisch seinen Weg auf den Teller fand. Es ist okay, Fleisch zu essen, allerdings sollte man dabei nicht die Hintergrundgeschichte verdrängen müssen, um es genießen zu können.

Viele Grüße
Marbolous

PS: Ich habe V. kürzlich motivieren wollen und habe ihr einen Deal vorgeschlagen: Wenn sie 5 kg abnimmt, ernähre ich mich 2 Wochen vegetarisch, 5 weitere Kilogramm und ich mache 4 weitere Wochen und so weiter. Ich hoffe nur, dass es sie nicht so anspornt, dass ich bald neben einem Skelett erwache ;-)

Dienstag, 5. März 2013

Die Geburtstagstorte

Hallo,

letzten Samstag war es soweit. V. hatte Geburtstag. Das heißt natürlich für den engagierten Freund, ab in die Küche und eine geeignete Torte zubereiten. Traditionell gibt es für sie aber nicht irgendeine, sondern eine ganz bestimmte Torte, deren Rezept ich von V.'s Mutter erhalten habe. Da ich zufällig noch etwas Mascarpone da hatte, habe ich selbst noch etwas dran rumgeschraubt.




Der Einkaufszettel:
  • 1 dreifacher dunkler Bisquitboden
  • 4 Päckchen Sahne
  • 2 Tafeln Zartbitterschokolade
  • 1 Tafel Vollmilch Schokolade
  • San-Apart
  • 2 Päckchen Gelatine/Argatine
  • 1 Glas Kirschen
  • 250g Macarpone-Creme
  • Zucker
  • Vanille-Extrakt
  • Speisestärke
  • Verzierung
Am Abend bevor die Torte fertig sein soll:
Da diese Torte rundherum und innendrin mit einer teuflischen Schokocreme beschmiert wird, will die dafür nötige Sahne vorbereitet werden. Also werden die 4 Töpchen Sahne am Vorabend in einen Topf gegeben und langsam erhitzt. Bevor die Sahne kocht fügt ihr die am besten gehackten Tafeln Schokolade hinzu, sodass diese schmilzen und eine Symbiose mit der Sahne eingehen können, bevor dies spße Gebräu kocht.
Anschließend kommt das Ganze über Nacht in den Kühlschrank.

Eine geruhsame Nacht später:
Bevor wir nun zum spaßigen Teil kommen, wollen noch drei Dinge vorbereitet werden. Zuerst gilt es die Kirschen mit der Speisestärke und etwas Zucker (für den juten Jeschmack) einzudicken, also den Kirschsaft beim abgießen auffangen und mit etwas Stärke (erstmal 2-3 TL, bei Bedarf mehr; der Saft sollte dick bzw. fast zähflüssig sein) aufkochen, mit Zucker abschmecken und schließlich die Kirschen wieder hinzugeben. Anschließend die Mascarpone Creme mit einem Schwung Zucker (ich habe hier tatsächlich nichts abgewogen) und einem TL Vanille Extrakt (kostet ein Vermögen ist sein Geld aber wert) versüßen und gut durchrühren. Die Masse sollte einen süßlichen Vanillegeschmack bekommen.
Letztlich die Schokosahne aus dem Kühlschrank nehmen und mit dem Rührgerät etwa eine halbe Minute aufschlagen. Dann die Gelatine bzw. Argatine sowie 8 TL San-Aparthinzugeben und nochmal kräftig durchrühren bis die Masse einen relativ festen Eindruck macht (schlißelich kommt sie nicht nur in die Torte, sondern dient ihr auch als Mantel).
Zum Schichten bietet sich eine Springform an. Den ersten Boden einlegen. Nun die Vanillecreme vollständig darauf verteilen und eine Schicht Kirschen auftragen. Bei den Kirschen wenigstens 1cm Rand freilassen. Nun die zweite Platte auflegen. und eine kräftige Schicht Schokosahne auftragen; hier muss natürlich kein Rand freigelassen werden. Die letzte Platte auflegen und eine weitere Schicht Sahne auftragen. Die Torte nun etwas in Ruhe lassen, sodass sich alles etwas setzen und festigen kann (etwa ein oder zwei Stunden, wenn es der Zeitplan erlaubt). Dann kann die Torte von ihrem Stahlkorsett befreit werden. Damit sie nicht friert nun noch die Seite mit Creme bestreichen. Sollte noch genug Creme da sein, kann auch noch oeben etwas draufgemacht werden oder als Deko verwendet werden. Nun sind auch die Kreativen gefragt, denn es darf fleißig und dem Event ensprechend Verzierung aufgetragen werden. In meinem Fall war es eine "Alice im Wunderland"-Referenz aus Zuckerschrift, sowie ein paar hübsche Kerzen.
Jetzt kann im Grunde auch schon zugeschlagen werden. Da die Torte sehr cremereich ist, empfehle ich, sie zwischendurch möglichst kühl zu lagern.

Lasst es euch schmecken!
Viele Grüße
Marbolous

Dienstag, 19. Februar 2013

Vegetarischer Zwiebelkuchen

Hallo liebe Freunde des gepflegten Gaumenschmauses,
heute habe ich mich an meinem ersten Zwiebelkuchen probiert (und dann auch noch vegetarisch), doch bevor ich große Vorreden schwinge hier euer Einkaufszettel:
  • 125 g Quark
  • 1 Eigelb + 3 Eier
  • 3 EL Milch
  • 3 EL Öl (+ etwas zum Anbraten)
  • 200 g Mehl (+ 1El für die Masse und etwas zum Ausrollen)
  • 2 TL Backpulver
  • 1 EL Semmelbrösel
  • Butter zum Einfetten
  • 750 g Zwiebeln
  • Ein Paket Räuchertofu
  • Man kann ersatzweise auch Speck verwenden ;-)
  • 1 Dose Schmand (250 g)
  • 30 g geriebener Käse
  • Petersilie
  • eine Messerspitze gemahlenen Kümmel (gegen das Pupsen)
  • Paprikapulver
  • Cayennepfeffer
  • Koriander
  • Salz + Pfeffer
Der Teig:
Quark, Eigelb, Milch, Öl, Backpulver und die 200 g Mehl zu einem Teig verkneten. Selbigen nun schön flach auf einer eingemehlten Fläche ausrollen (wenn es der Platz erlaubt spart euch etwas Arbeit im weiteren Verlauf und macht den Teiglappen rund.
Nun eine Springform mit Butter ausreiben und den darin auslegen und an den Rändern hochziehen und eventuell etwas andrücken. Mit einer Gabel den Boden mehrmals einstechen und mit den Semmelbrösel bestreuen.
Das Ganze kann nun vorübergehend im Kühlschrank vergessen werden.
Die Masse:
Zu Beginn den Räuchertofu in kleine Würfelchen schneiden und knusprig anbraten. Während die kleinen Leckerbissen brutzeln die Zwiebeln in Scheiben schneiden (hier empfehle ich eine Reibe, damit man fertig ist bevor das Heulen einsetzt...). Sind die Würfelchen fertig, können diese schon in eine Rührschüssel für die weitere Verarbeitung gegeben werden und die Zwiebelringe können die Pfanne okkupieren, bis sie glasig sind. Da dies auch wieder etwas Zeit in Anspruch nimmt kann man schonmal den Schmand, die Eier (und auch gerne das übrige Eiweiß vom Teig, denn ich verschwende ungern gute Lebensmittel), den Käse, einen EL Mehl und eine Messerspitze gemahlenen Kümmel den Tofuwürfeln beimischen und alles glattrühren.
Nun gilt es noch die Zwiebeln gut mit Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer, Koriander und Petersilie abzuwürzen. Ist dies geschehen, die Zwiebeln ebenfalls in die Masse einrühren.
Die Fusion:
Jetzt kommt die Springform endlich wieder ins Spiel, denn die Masse kann nun auf den Teig gegeben und glattgestrichen werden. Diese wunderbare Symbiose aus Teig und Masse gilt es nun noch etwa eine Stunde bei 180-200°C fertig zu backen. Diese Zeit kann nun vielfältig genutzt werden. So habe ich selbstverständlich als verantwortungsvoller Hausmann ein beinahe vergessenes Spiel (inFamous) auf der Playse zu zocken ;-)
Ihr solltet trotz allem immer mal schauen, wie sich der Zwiebelkuchen entwickelt. Sollte er zu dunkel werden, am besten mit Alufolie abdecken.
Ist der Kuchen fertig noch kurz (und falls verwendet ohne Abdeckung) abdampfen lassen (etwa 10 Minuten) und noch heiß genießen.

In diesem Sinne
N Guten
Marbolous

Sonntag, 10. Februar 2013

Double Chocolat Snickers Bars

Hallo,

Kürzlich durfte ich mein erstes Projekt aus dem "Kuchengelage" in Angriff nehmen. Ich dachte ich starte mit einer soliden, nicht zu komplexen Nummer und habe scheinbar voll ins Herz eines jeden Süßwarenfans getroffen. 









Hier die Einkaufsliste:
  • 75g weiche Butter (+ etwas zum Einfetten)
  • 450g Erdnuss-Schokoriegel (Die Wahl sollte leicht fallen)
  • 300g Schokoladencookies
  • 1 Dose (400g) gezuckerte Kondensmilch
  • 75g Schokotröpchen
  • 1 großer Gefrierbeutel
  • Weiße Kuvertüre
Ähnlich wie bei Sekundärliteratur werden hier lauter fertige Produkte weiter verarbeitet, was die Herstellung wirklich tendenziell sehr einfach gestaltet.
Zu Beginn werden die Schokoriegel in Scheiben à 0,5cm geschnitten. Die Cookies werden in dem Gefrierbeutel fein zerbröselt und mit der Butter verknetet, sodass man sie als Boden in eien zuvor eingefettete Springform drücken kann (beim nächsten Mal würde ich tendenziell etwas mehr Butter verwenden).
Nun die Kondensmilch auf dem Boden verteilen und darauf die geschnittenen Riegel sowie die Schokotröpfchen verteilen (hier würde ich beim nächsten Mal zunächst die Riegel, Tröpfchen und Milch zuvor vorsichtig miteinander vermengen).
Nun wird das Ganze für etwa 20 Minuten bei 175°C im Ofen gebacken.
Das Ergebnis kann nun wiederum in Riegel geschnitten werden (etwa 2x7 cm) und nach Bedarf mit Kovertüre bestrichen werden.
Ich empfand die Riegel als relativ weich, weshalb ich die Kuvertüre als Notwendigkeit sah. Außerdem schmeckt weiße Schokolade super.

Ich denke, wer die Zutatliste gelesen hat weiß auf welche Sünde er sich einlässt, aber es ist unfassbar lecker. Mehr als einen Riegel am Tag sollte man sich nach Möglichkeit aber wohl lieber nicht gönnen.

Viele Grüße
und guten Hunger
Marbolous

Montag, 28. Januar 2013

Das Kuchengelage

Guten Abend,

Ein weiterer Post im Geiste der "Metamorphose 2013" mit einem in diesem Kontext extrem erregendem Titel, wie ich meinen möchte.
Ein kurzer Zwischenstand zum Thema: Aus finanziellen Gründen wird sich die Anmeldung beim Fitnessstudio tatsächlich bis morgen verzögern. Dann folgt aber auch direkt das erste Training und die entsprechende Seite mit meiner Entwicklung erblickt das Licht des Internets.
Nun aber zurück zur Überschrift! Kuchen!
Und so begab es sich, dass die Liebenden in einer müßigen Wartezeit durch den Zeitschriftenhandel des Hauptbahnhofes wandelten und sie fanden eine heilige Schrift, in welcher sich die Geheimnisse der Zubereitung verschiedenster Leckereien befanden. Im Klartext: Wir haben eine großartige Zeitung mit vielen Rezepten gefunden, die wir am liebsten alle nun backen wollen würden.
Meine Liebste kam dann aber auf eine gar noch famosere Idee und schlug vor, dass wir "Fertigsüßigkeiten" aus unserem Haushalt verbannen und unsere Snacks nur noch selber machen sollten. Also schlugen wir uns beinahe um die besten Rezepte aus der Zeitschrift und es entstand "die Liste der glorreichen 19", von welcher wir nun im Wechsel jede Woche ein Rezept backen werden, damit wir am Ende unseres Körperwandels nicht in eine regelrechte Manie verfallen, in der wir sämtliche hochkalorischen und ernährungsberatersuizidverursachenden Kleinigkeiten aus den einschlägigen Regalen des nächsten Supermarktes verschlingen würden.

In diesem Sinne
Viele Grüße
Marbolous

Samstag, 26. Januar 2013

Spaghetti Veggienara

Guten Tag,

manchmal muss es ja schnell gehen, aber wer will denn deshalb auf was Leckeres verzichten? Wir auf jeden Fall nicht. Deshalb gab es Spaghetti Carbonara, natürlich in der vegetarischen Variante, weshalb es offensichtlich Veggienara heißt, weil "Carbo" sicherlich "Schinken" heißt...













Also einen Blick in den Kühlschrank werfen, ob Folgendes da ist:
  • Spaghetti (ok, die sollten nicht im Kühlschrank sein...)
  • 4 Eigelb
  • 50g Butter + etwas zum Anbraten
  • etwa 200g geräucherten Tofu
  • frisch geriebenen Parmesan (soviel ihr mögt, ich habe etwa ein halbes Stück genutzt)
  • Salz, Pfeffer und etwas Muskatnuss (Ich nehme an, dass ihr das auch nicht im Kühlschrank findet...)
Zu Beginn wird der Tofu gewürfelt, je kleiner die Würfel, desto krosser das Ergebnis. Nun die Würfel ab in die Pfanne mit etwas Butter knusprig braten. Währenddessen die Butter schaumig schlagen und dann die Eigelbe unterrühren.
Das Wasser für die Nudeln kann nun auch schon aufgesetzt werden.
Die Eimasse mit Salz, Pfeffer und etwas Muskatnuss würzen. Wenn die Tofuwürfel fertig sind, können sie mitsamt dem Parmesan der Masse hinzugefügt und gut verrührt werden.
Wenn die Nudeln fertig sind diese in einem Sieb abgießen, die Masse in den leeren Topf füllen und die Nudeln direkt hinterherwerfen und das Ganze vermengen.

Guten Appetit
und viele Grüße
Marbolous

Donnerstag, 17. Januar 2013

Chili con Veggie

Guten Abend,

Heute habe ich ein kulinarisches Experiment gewagt. Meine Liebste ist ja Vegetarierin - nobody is perfect :-* - und deshalb stehe ich als passionierter Fleischgenießer nun stets vor vollkommen neuen Herausforderungen, die ich allerdings nicht fürchte, sondern eher mit großer Spannung erwarte.
Ich selbst war von meinem Chili con Carne stets überzeugt und wollte es nun auch oben genannter großen Liebe zubereiten; zumindest in modifizierter Form.
Hier der (angepasste) Einkaufszettel:
  • 300g Sojaschnetzel (ergibt etwa 900g "Vleisch")
  • 2 Dosen Mais
  • 2 Dosen Kidneybohnen
  • 2 Pakete passierte Tomaten (ziemlicher Pärcheneinkaufe, aye?)
  • 1 rote Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch 
  • 1 Schale Habaneros
  • Gemüsebrühe
  • etwas BBQ-Soße
  • Öl
  • Salz
  • Pfeffer
  • Agavendicksaft, Honig oder Zucker
Zu Beginn gilt es die Sojaschnipsel vorzubereiten, wobei ich mich einfach mal an die Rückseite der Packung gehalten habe, also 900ml Gemüsebrühe aufkochen und anschließend in selbiger das Sojaschnetzel für etwa 25 Minuten quellen lassen.
Die entstehende Pause lässt sich vielfältig nutzen; ich zum Beispiel habe die erste viertel Stunde mit dem unplugged Konzert der Toten Hosen verbracht - die ja auch nicht ganz so schlecht sind.
Der eifrige Koch wird allerdings wohl direkt weitermachen und die Zwiebel, den Knoblauch und die gewünschte Menge Habaneros (hier liegt es an euch wie viel ihr genau nehmen wollt/könnt, ich habe aus Rücksicht erst 4 genommen, neige sonst aber eher zu der ganzen Schale - bedenkt auf jeden Fall, dass Habaneros echt was können) grob hacken.

Nun sollte gewartet werden, dass das Schnetzel fertig gequollen ist. Da dieses nämlich gleich angebraten werden soll, müssen wir es so gut wie möglich trocknen. Dabei bin ich wie folgt vorgegangen: Eine Schüssel als "Auffangbecken", darüber ein Sieb (falls dieses sehr grob ist empfehle ich es noch mit einer Lage Haushaltspapier ausszulegen) und das Schnetzel rein und abtropfen lassen.
Nun das Öl in der Pfanne erhitzen und das gehackte Gemüse schöm abraten, damit wir später einen leicht rauchigen Geschmack erreichen. Während es brutzelt ruhig etwas auf dem Schnetzel rumdrücken, um die Flüssigkeit loszuwerden, die einem sonst einen Strich durch die Rechnung machen könnte.

Wenn die Zwiebeln etc. schließlich eine gewisse Bräune erreicht haben das Sojaschnetzel in die Pfanne geben und es so gut wie möglich anbraten - dies kann tatsächlich eine ganze Weile dauern, da es eine ziemlich feuchte Geschichte ist.

Eine gefühlte halbe Stunde später kann man nun die Pfanne in einen geeigneten Topf entleeren. Wenn ihr es geschafft habt möglichst viel Feuchtigkeit loszuwerden hackt es nun am Boden etwas an, was sehr gut ist. Bevor es aber anbrennt, muss es nun mit dem Whiskey abgelöscht werden, wobei das Angehackte am Boden mittels Pfannenwender o.Ä. abgekratzt wird, falls der Topf zu heiß sein sollte, um das Ziel mit einer vernünftigen Menge Schnaps zu erreichen (wir wollen ja nicht, dass es nur danach schmeckt), empfehle ich das erste Paket passierte Tomaten zu verwenden. Nun werden auch die Bohnen, der Mais, sowie die restlichen Tomaten hinzugefügt.

Da Tomaten tendenziell sauer sind, ist es wichtig einen kleinen süßen Ausgleich zu schaffen, weshalb ihr euch mit Süße ausgeschafft habt, die ihr nun nach Gefühl hinzugebt (ich nehme meist etwa 1-2 EL), außerdem gilt es nun noch mit der BBQ-Soße, Salz und Pfeffer nachzuwürzen.
So ein Chili ist ja ein Eintopf, weshalb ihr den Topf nun für's Erste bei kleiner Flamme auf dem Herd vergessen könnt - nun gut ihr dürft bisweilen umrühren und naschen.
Es entsteht wieder eine Pause, in der das Konzert weiterläuft - mir gefällt was ich höre - und da man ja bei der Herzensdame punkten will, nutzt man die gewonnene Zeit um die Küche wieder zu reinigen, was sich besonders bezahlt macht, das Ganze in selbiger als Candle Light Dinner darzureichen.
Ist diese schmutzige Pflicht getan, gilt es zu kosten und dem Eintopf die letzte Würze zu geben.

Wir reden hier wie erwähnt von einem Eintopf, der zusätzlich zu einem großen Teil aus Tomaten besteht, was bedeutet, dass er eigentlich erst ab dem ersten Wiederaufwärmen richtig gut schmeckt, weshalb ich ihn wenigstens mittags, wenn nicht gar am Vortag des Dinners vorbereiten würde.
Serviert wird das Ergebnis, sofern gelungen, im Kerzenschein, in Suppenschalen mit geschnittenem Baguette oder Ciabatta zum Tunken.

In diesem Sinne
lasst es euch schmecken und genießt das Nachspiel
Grüße
Marbolous